Kellerabdichtung

Drainage ums Haus verlegen: Kosten, Ablauf, Alternativen

Eine Drainage ums Haus zu verlegen kostet 90 bis 220 Euro je laufendem Meter, weil der teuerste Posten nicht das Rohr ist, sondern der Aushub. Und sie hilft nur dann, wenn der Boden schlecht durchlässig ist und keine Grundwasserabsenkung entsteht.

Kurz gefasst

Erst die Ursache messen, dann graben. Ohne funktionierende Vertikalabdichtung ist eine Drainage rausgeworfenes Geld. Ein Einfamilienhaus mit 40 Metern Umfang landet bei 6.000 bis 14.000 Euro.

Die kurze Antwort: Rechne mit 90 bis 220 Euro je laufendem Meter, bei einem üblichen Einfamilienhaus also mit 6.000 bis 14.000 Euro. Der Aushub macht den größten Teil aus, das Rohr selbst kostet unter 10 Euro je Meter. Zulässig ist eine Drainage nur in schlecht durchlässigen Böden und nur zusammen mit einer intakten Vertikalabdichtung der Kellerwand. Das gesammelte Wasser darf fast nirgends in die Kanalisation, es muss versickern oder mit Erlaubnis in ein Gewässer.
90-220 €

Gesamtkosten je laufendem Meter inklusive Aushub und Verfüllung

0,5 %

Mindestgefälle des Drainrohrs zum Sammelpunkt hin

40 m

Typischer Hausumfang, an dem sich die Gesamtsumme bemisst

Wann ist eine Drainage zulässig und sinnvoll?

Eine Drainage sammelt Sickerwasser, das an der Kellerwand nach unten läuft, und führt es ab. Sie hilft gegen aufstauendes Sickerwasser in bindigen Böden wie Lehm und Ton. Gegen echtes Grundwasser hilft sie nicht.

Die technischen Regeln stehen in der DIN 4095 für die Dränung baulicher Anlagen. Sie verlangt drei Nachweise, bevor überhaupt gegraben wird: die Bodenart, den höchsten Grundwasserstand und die Beschaffenheit der vorhandenen Abdichtung.

  • Sandiger, gut durchlässiger Boden: Das Wasser versickert von allein. Eine Drainage bringt nichts und darf oft nicht gebaut werden, weil sie Grundwasser abführen würde.
  • Lehm oder Ton: Wasser staut sich in der Baugrubenverfüllung und drückt auf die Wand. Hier ist die Drainage technisch sinnvoll.
  • Hoher Grundwasserstand: Eine Drainage würde das Grundwasser absenken. Das braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis und wird in der Regel nicht erteilt.

Kläre außerdem, woher die Feuchte im Keller wirklich kommt. Aufsteigende Feuchte aus dem Fundament wird von einer Drainage nicht berührt. Die Unterscheidung erklärt der Ratgeber zu aufsteigender Feuchtigkeit im Altbau und die Übersicht zu feuchten Wänden im Altbau.

Was kostet die Drainage je laufendem Meter?

PostenKosten je laufendem MeterAnteil
Erdaushub bis Fundamentunterkante, Bagger und Deponie45 bis 110 Eurogrößter Einzelposten
Drainrohr DN 100 mit Filtervlies6 bis 14 Eurogering
Filterkies 16/32 und Vlies18 bis 35 Euromittel
Verfüllen, Verdichten, Oberfläche wiederherstellen20 bis 45 Euromittel
Kontrollschächte, je Stück150 bis 400 Euro4 bis 6 Stück nötig
Sickerschacht oder Rigole am Tiefpunkt1.200 bis 3.500 Euro gesamteinmalig

Für ein freistehendes Haus mit 40 Metern Umfang ergibt das 3.600 bis 8.800 Euro für die reine Drainage. Mit Schächten, Sickeranlage und Wiederherstellung der Außenanlagen landen die meisten Projekte bei 6.000 bis 14.000 Euro.

Zwei Faktoren treiben den Preis stark: die Zugänglichkeit für den Bagger und die Aushubtiefe. Ein Reihenhaus mit schmalem Zugang wird von Hand gegraben, das verdoppelt die Position Erdarbeiten. Bei mehr als 1,25 Metern Tiefe kommt außerdem ein Verbau oder eine Böschung dazu.

Wenn schon gegraben wird: Die Baugrube ist offen, der teuerste Schritt ist bezahlt. Genau dann rechnet sich die neue Vertikalabdichtung mit, ebenso eine Perimeterdämmung. Beides später nachzuholen bedeutet, die gesamte Grube ein zweites Mal auszuheben.

Wie läuft die Verlegung Schritt für Schritt ab?

  1. Freilegen. Die Kellerwand wird ringsum bis knapp unter die Fundamentoberkante freigelegt. Tiefer graben als das Fundament ist gefährlich, weil sonst das Gründungspolster unterspült wird.
  2. Wand prüfen und reinigen. Alten Bitumenanstrich abnehmen, Fugen ausräumen, Wand abwaschen und trocknen lassen. Jetzt zeigt sich, ob die vorhandene Abdichtung noch etwas taugt.
  3. Neu abdichten. Bitumendickbeschichtung oder mineralische Dichtschlämme auftragen, danach Noppenbahn mit Vlies als Schutz- und Sickerschicht.
  4. Sohle herstellen. Ein Kiesbett anlegen und mit dem Laser das Gefälle abziehen. Mindestens 0,5 Prozent zum Sammelpunkt, sonst steht Wasser im Rohr.
  5. Rohr verlegen. Teilperforiertes Rohr DN 100 mit den Schlitzen nach unten oder seitlich einlegen, nicht nach oben. Filtervlies rundum, damit sich das Rohr nicht mit Feinteilen zusetzt.
  6. Kiespackung einbauen. Rund 15 Zentimeter Filterkies 16/32 über und neben dem Rohr, alles vom Vlies umschlossen.
  7. Kontrollschächte setzen. An jeder Hausecke und am Sammelpunkt. Ohne Schacht lässt sich die Leitung später weder prüfen noch spülen.
  8. Verfüllen und verdichten. Lagenweise verfüllen. Oben schließt eine bindige Schicht ab, damit Oberflächenwasser nicht direkt in die Kiespackung läuft.

Warum ersetzt die Drainage die Abdichtung nicht?

Eine Drainage senkt den Wasserdruck an der Wand, sie macht die Wand aber nicht dicht. Feuchtigkeit wandert weiter durch jede Fehlstelle, jede offene Fuge und jede Rohrdurchführung.

Deshalb gilt: erst abdichten, dann dränen. Eine Drainage vor eine schadhafte Wand zu legen verschiebt das Problem nur um wenige Jahre. Verstopft die Leitung, staut sich das Wasser genau dort, wo vorher nichts war.

Und Drainagen setzen sich zu. Feinteile, Wurzeln und Eisenocker aus dem Boden verengen den Querschnitt. Ohne Kontrollschächte und ohne Spülung alle drei bis fünf Jahre ist eine Leitung nach zehn bis zwanzig Jahren funktionslos. Welche Abdichtungsverfahren im Bestand infrage kommen, zeigt der Ratgeber zur Kellerabdichtung im Altbau.

Wohin darf das Wasser abgeleitet werden?

Das ist der Punkt, an dem viele Projekte hängen bleiben. Drainagewasser gehört fast nirgends in die öffentliche Kanalisation. Die kommunalen Abwassersatzungen verbieten die Einleitung von Fremd- und Grundwasser, weil es die Kläranlage verdünnt und Kapazität kostet.

Es bleiben drei Wege. Versickerung auf dem eigenen Grundstück über einen Sickerschacht oder eine Rigole, ausreichend weit vom Haus entfernt und in durchlässigem Boden. Einleitung in ein Gewässer, was eine wasserrechtliche Erlaubnis nach dem Wasserhaushaltsgesetz voraussetzt. Oder eine Pumpe mit Sammelschacht, wenn kein Gefälle vorhanden ist.

Frage vor der Planung bei der unteren Wasserbehörde und beim Entsorgungsbetrieb nach. Beide Auskünfte sind kostenlos und entscheiden darüber, ob dein Vorhaben überhaupt genehmigungsfähig ist.

Welche günstigeren Alternativen solltest du zuerst prüfen?

In vielen Altbauten liegt die Ursache oben, nicht unten. Diese Maßnahmen kosten einen Bruchteil und lösen das Problem überraschend oft.

MaßnahmeKostenWirkt gegen
Regenrinnen und Fallrohre reparieren, Anschlüsse prüfen200 bis 900 EuroWassereintrag direkt am Sockel
Geländegefälle vom Haus weg anlegen, 2 Prozent auf 3 Metern500 bis 2.000 EuroOberflächenwasser an der Wand
Sockelabdichtung und Spritzwasserschutz erneuern60 bis 140 Euro je MeterSpritzwasser und Feuchtekranz
Lichtschächte mit Ablauf und Abdeckung nachrüsten250 bis 700 Euro je SchachtWasser im Kellerfenster
Nachträgliche Horizontalsperre80 bis 250 Euro je Meteraufsteigende Feuchte im Mauerwerk

Arbeite die Liste von oben nach unten ab und miss nach jedem Schritt die Wandfeuchte. Verschwindet der Schaden, sparst du dir die Baugrube. Zeigt die Messung dagegen ein steigendes Profil vom Sockel nach oben, ist die nachträgliche Horizontalsperre die passende Antwort und nicht die Drainage.

Was kostet eine Drainage ums Haus?

Üblich sind 90 bis 220 Euro je laufendem Meter. Ein Einfamilienhaus mit 40 Metern Umfang liegt inklusive Schächten und Sickeranlage bei 6.000 bis 14.000 Euro. Der Aushub ist der größte Posten.

Ist eine Drainage genehmigungspflichtig?

Die Leitung selbst meist nicht, die Ableitung des Wassers dagegen schon. Versickerung und Einleitung in ein Gewässer brauchen eine Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Frag vor der Planung nach.

Darf Drainagewasser in die Kanalisation?

In aller Regel nicht. Kommunale Abwassersatzungen verbieten die Einleitung von Fremd- und Grundwasser. Zulässig sind Versickerung auf dem Grundstück oder die genehmigte Einleitung in ein Gewässer.

Wie lange hält eine Drainage?

Bei sauberer Ausführung mit Filterkies, Vlies und Kontrollschächten 30 Jahre und mehr. Ohne regelmäßige Spülung alle drei bis fünf Jahre setzt sich das Rohr deutlich früher zu.

Reicht eine Drainage gegen feuchte Kellerwände?

Allein nicht. Sie senkt den Wasserdruck, dichtet aber nicht ab. Ohne intakte Vertikalabdichtung an der Kellerwand bleibt die Wand feucht, sobald die Leitung sich zusetzt.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise sind Erfahrungswerte ohne Gewähr, Boden und Zugänglichkeit verändern sie stark.

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