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Kalziumsilikatplatten als Innendämmung: Aufbau, Kosten, Grenzen

Kalziumsilikatplatten eignen sich als Innendämmung vor allem dort, wo Schimmel das Hauptproblem ist und wenig Platz zur Verfügung steht. Als Hochleistungsdämmung taugen sie nicht, als Feuchtepuffer dafür umso mehr.

Kurz gefasst

Die Platten saugen Feuchtigkeit auf, verteilen sie und geben sie wieder ab. Sie brauchen vollflächigen Kontakt zur Wand und eine offene Beschichtung.

Die kurze Antwort: Kalziumsilikatplatten sind mineralische, stark saugfähige Platten, die ohne Dampfbremse direkt auf die Außenwand geklebt werden. Sie halten die Oberfläche trocken und durch ihre Alkalität schimmelwidrig. Die Dämmwirkung ist moderat, übliche Stärken liegen bei 25 bis 60 Millimetern. Eingebaut kostet das meist 70 bis 150 Euro je Quadratmeter. Auf dauerhaft nassen oder salzbelasteten Wänden sind sie ungeeignet.
25-60 mm

übliche Plattenstärke bei der Innendämmung im Altbau

pH ca. 10

stark alkalische Oberfläche, auf der Schimmel schlecht wächst

70-150 €

je m² eingebaut inklusive Kleber und Beschichtung, Stand 2026

Wie funktionieren Kalziumsilikatplatten?

Die Platten bestehen aus Kalk, Sand und Zellstofffasern, die unter Dampfdruck zu einem feinporigen Gerüst verbunden werden. Dieses Porensystem saugt Wasser wie ein Schwamm auf. Das Prinzip heißt Kapillaraktivität.

Fällt an der kalten Wand Tauwasser an, zieht die Platte es in die Fläche und leitet es zur Raumseite zurück. Dort verdunstet es wieder. Die Oberfläche bleibt dadurch trockener als eine normale Putzwand. Zusammen mit dem hohen pH-Wert erklärt das die gute Wirkung gegen Schimmel.

Eine Dampfbremse braucht das System nicht. Sie würde den Feuchtetransport sogar verhindern. Warum dichte Innendämmungen im Altbau oft Probleme machen, erklärt der Ratgeber zur Innendämmung im Altbau.

Wie gut dämmen die Platten?

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt etwa bei 0,05 bis 0,07 Watt pro Meter und Kelvin. Zum Vergleich: Holzfaser liegt bei rund 0,04 bis 0,05, Polystyrol bei etwa 0,035. Kalziumsilikat braucht also deutlich mehr Stärke für dieselbe Wirkung.

InnendämmungWärmeleitfähigkeit etwaSchimmelschutzDampfbremse nötig
Kalziumsilikat0,05 bis 0,07sehr gutnein
Holzfaser, kapillaraktiv0,04 bis 0,05gutnein
Mineraldämmplatte0,042 bis 0,045gutnein
Polystyrol oder Mineralwolle0,032 bis 0,040nur mit dichter Ebeneja

Auf einer ungedämmten Vollziegelwand mit 38 Zentimetern bringen schon drei bis fünf Zentimeter Kalziumsilikat eine spürbar wärmere Wandoberfläche. Das Zimmer fühlt sich behaglicher an, und die Heizkosten sinken. Große Energiesprünge erreichst du damit aber nicht. Wer mehr Dämmwirkung braucht, schaut sich die Holzfaser-Innendämmung an.

Wann sind Kalziumsilikatplatten die richtige Wahl?

Ihre Stärke spielen die Platten an Problemstellen aus. Dazu zählen Außenecken, Fensterlaibungen und Wände hinter Schränken, an denen immer wieder Schimmel auftritt. Typische Fälle beschreiben die Beiträge zu Schimmel an der Fensterlaibung und zu Kondenswasser an der Außenwand.

Auch in Denkmälern und bei Stuckfassaden sind sie beliebt, weil außen nichts verändert wird und die Aufbauhöhe gering bleibt. In Bädern kommen sie wegen ihrer Feuchteunempfindlichkeit ebenfalls gut zurecht, solange keine Fliesen im Spritzbereich darauf sollen.

Grenzen: Auf Wänden mit Schlagregen, aufsteigender Feuchtigkeit oder hoher Salzbelastung versagt jede Innendämmung. Die Platte füllt sich, dämmt kaum noch und kann Salze ausblühen lassen. Erst die Ursache beseitigen, dann dämmen. Das gilt auch für Wände mit Balkenköpfen, die ein Fachplaner vorher nachrechnen sollte.

Wie werden die Platten verarbeitet?

Der Untergrund muss tragfähig, trocken und frei von Tapete, Dispersionsfarbe und losem Putz sein. Unebenheiten über etwa fünf Millimetern gleichst du mit Kalkputz aus. Hohlräume hinter der Platte sind der häufigste Verarbeitungsfehler, denn dort kann sich Tauwasser sammeln.

Die Platten werden mit dem Systemkleber des Herstellers vollflächig verklebt. Viele Hersteller verlangen, Wand und Plattenrückseite vorher anzufeuchten oder zu grundieren. Halte dich genau an die Systemvorgaben, denn Kleber und Platte sind aufeinander abgestimmt. Zuschnitte gelingen mit Fuchsschwanz oder Stichsäge, Staub bindest du mit Wasser.

Plane beim Zuschnitt die Steckdosen und Schalter an der Außenwand mit ein. Die Dosen müssen um die Plattenstärke nach vorn versetzt werden, meist mit Verlängerungsringen. Diese Arbeit an der Elektrik übernimmt eine Elektrofachkraft. Auch Heizkörper rücken ein Stück in den Raum. Prüfe vorher, ob die Anschlussleitungen genug Spielraum haben.

An Fensterlaibungen und einbindenden Innenwänden werden Keile oder schmale Streifen gesetzt. So verschiebst du die Wärmebrücke weiter in den Raum. Genau hier entscheidet sich, ob die Dämmung Schimmel verhindert oder nur verlagert.

Im Handel begegnen dir die Platten oft unter dem Namen Klimaplatte. Gemeint ist meist dasselbe Material, die Rezepturen unterscheiden sich aber in Rohdichte, Saugfähigkeit und Festigkeit. Leichte Platten dämmen etwas besser, schwere sind robuster gegen Stöße. Vergleiche deshalb die Datenblätter und kaufe Platte, Kleber und Laibungsstücke aus einem System. Mischsysteme verlieren im Schadensfall oft die Gewährleistung.

Welche Beschichtung kommt darauf?

Alles, was auf die Platte kommt, muss diffusionsoffen und kapillaraktiv sein. Geeignet sind Silikatfarbe, Kalkfarbe und dünne Kalkputze. Tapeten, Latexfarbe und dicke Dispersionsanstriche verschließen die Poren und heben die Wirkung auf.

Bilder und Regale kannst du mit Spezialdübeln befestigen. Schwere Hängeschränke brauchen Befestigungen, die bis ins Mauerwerk reichen. Plane diese Punkte vor der Montage, damit du später nicht durch die frische Fläche bohren musst.

Was kostet die Innendämmung mit Kalziumsilikat?

Die Platten kosten je nach Stärke etwa 25 bis 60 Euro je Quadratmeter. Kleber, Laibungsplatten und Beschichtung kommen mit 10 bis 25 Euro dazu. Vom Fachbetrieb eingebaut liegst du meist bei 70 bis 150 Euro je Quadratmeter, bei vielen Laibungen und Ecken auch darüber.

Für Innendämmung gibt es grundsätzlich staatliche Förderprogramme. Ob und in welcher Höhe du Geld bekommst, hängt von den aktuellen Programmbedingungen ab, die sich regelmäßig ändern. Prüfe den Stand vor Auftragsvergabe beim BAFA oder bei deinem Energieberater. Einen Überblick liefert der Ratgeber zur Förderung der Altbausanierung. Welche Planungsfehler du vermeiden solltest, zeigt der Beitrag zu Fehlern bei der energetischen Altbausanierung.

Brauchen Kalziumsilikatplatten eine Dampfbremse?

Nein. Die Platten sollen Feuchtigkeit aufnehmen und zur Raumseite abgeben. Eine Dampfbremse würde genau diesen Transport unterbinden und das System in seiner Wirkung stören.

Wie dick sollten Kalziumsilikatplatten sein?

Im Altbau sind 25 bis 60 Millimeter üblich. Dickere Aufbauten lässt du von einem Fachplaner berechnen, weil die Wand dahinter kälter wird und sich die Feuchteverhältnisse ändern.

Kann ich Kalziumsilikatplatten tapezieren?

Besser nicht. Tapeten und Dispersionsfarben verschließen die Poren. Geeignet sind Silikatfarbe, Kalkfarbe oder dünner Kalkputz, damit die Platte weiter Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann.

Helfen die Platten gegen Schimmel?

An kalten Wandstellen meist ja, weil die Oberfläche wärmer und trockener wird und der hohe pH-Wert Schimmel hemmt. Feuchtequellen wie Schlagregen oder Leckagen beseitigen sie aber nicht.

Was kostet ein Quadratmeter Kalziumsilikat eingebaut?

Meist 70 bis 150 Euro inklusive Kleber, Laibungen und Beschichtung, Stand 2026. Das Material allein kostet je nach Stärke etwa 25 bis 60 Euro je Quadratmeter.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise und Kennwerte sind Erfahrungs- und Herstellerspannen ohne Gewähr. Förderbedingungen vor Antragstellung prüfen.

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